Vortrag 'Menschenrechte und Zivilgesellschaft in Belarus' mit Olga
Karatch ('Nasz Dom') und Peter Liesegang ('Deutsch-belarussische
Gesellschaft').
Verhaftungen von Menschenrechtsaktivisten, repressive Praxis des KGB
(belarussischen Geheimdienstes) gegenüber der oppositionellen
Bevölkerung, spurloses Verschwinden von Regimekritikern, der Bau eines
Atomkraftwerkes in Belarus seit 2011 scheinbar ohne politischen
Protest -- solche Nachrichten dringen aus einem Land, das von Jena
kaum 1000 Kilometer entfernt liegt, nur selten zu uns vor. Während
regelmäßig in den Medien über Menschenrechtsverletzungen in Birma, im
arabischen Raum oder China berichtet wird, ist Belarus ein weißer
Fleck auf der mentalen Landkarte.
Zivilgesellschaftliches Engagement in Belarus erfordert mitunter
großen Mut. Einschüchterung, Schikane oder Verfolgung -- damit muss
rechnen, wer sich in Belarus politisch oder zivilgesellschaftlich
engagiert. Wir widmen uns diesem Thema mit der Wanderausstellung von
Libereco- Partnership for Human Rights, Amnesty International, Kultur
Aktiv e.V., der deutsch-belarussischen Gesellschaft und dem Bund für
Soziale Verteidigung über 'Menschenrechte und Zivilgesellschaft in
Belarus'. Sie vermittelt einen Eindruck von den Repressionen, denen
politisch engagierte Menschen in Weißrussland ausgesetzt sind und wird
vom 1. bis 17. Februar 2012 in Jena gezeigt. Zum Auftakt laden wir
(Amnesty Hochschulgruppe Jena in Kooperation mit der
Heinrich-Böll-Stiftung und dem StuRa der FSU) am 02.02. herzlich zu
einem Vortrag mit anschließender Diskussion und Gang durch die
Ausstellung ein. Los geht es ab 18:15 Uhr im Seminarraum 309. Die
beiden ReferentInnen werden über ihre eigenen Erfahrungen mit dem
belarussischen Regime und die aktuelle Situation für die
Zivilgesellschaft und die Menschenrechte sprechen und für Fragen und
Diskussion zur Verfügung stehen.
Olga Karatch, Leiterin der Menschenrechtsorganisation 'Nasz Dom',
ehemalige Abgeordnete des Stadtparlaments in Vitebsk und 2010
ausgezeichnet mit dem Couragepreis der Stadt Radebeul, saß bereits
unzählige Male wegen ihres Engagements im Gefängnis.
Peter Liesegang, im Vorstand der deutsch-belarussischen Gesellschaft,
mehrfach Wahlbeobachter für die OSZE (zuletzt bei den
Präsidentschaftswahlen 2010 in Belarus), ist seit vielen Jahren in
politischen und wissenschaftlichen Projekten mit der demokratischen
Opposition in Belarus aktiv.
Wir freuen uns über zahlreiche Interessierte!
Amnesty Hochschulgruppe Jena in Kooperation mit der
Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen und dem Studierendenrat der FSU Jena.
Universitätscampus
Ernst-Abbe-Platz SR 309
Jena
Deutschland